Sol Gabetta

Zu jüngeren Meilensteinen in der Karriere Sol Gabettas zählen gefeierte Debüts mit den Berliner Philharmonikern und Sir Simon Rattle bei den Osterfestspielen Baden-Baden sowie Debüts beim Mostly Mozart Festival in New York und der Opening Night der BBC Proms in der Royal Albert Hall London. Diese Saison folgen Wiedereinladungen der Wiener Philharmoniker, des Tonhalle-Orchesters Zürich, Konzerthausorchesters Berlin, der Bamberger Symphoniker und des Orchestre Philharmonique de Radio France. Ausgedehnte Tourneen führen Sol Gabetta gemeinsam mit dem Finnischen Radio-Sinfonieorchester durch Europe und mit dem Sinfonieorchester Basel durch Großbritannien. In der zweiten Saisonhälfte wird Sol Gabetta zum Los Angeles Philharmonic Orchestra unter Leitung Gustavo Dudamels zurückkehren und, gemeinsam mit ihrem langjährigen Recitalpartner Bertrand Chamayou, in der „Great Performers“-Reihe in New Yorks Lincoln Center for the Performing Arts debütieren. Mit Chamayou wird sie unter anderem auch im Théâtre des Champs-Élysées und der Philharmonie Luxembourg zu erleben sein. Sol Gabetta ist Artist in Residence beim Orchestre national de Lyon und dem Kissinger Sommer, den sie gemeinsam mit der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen und Paavo Järvi eröffnen wird, bevor sie dort in einem Kammermusikrecital mit Janine Jansen und Alexander Gavrylyuk zu hören sein wird.

Als gern gesehener Gast auf den wichtigsten Festivals weltweit wird Sol Gabetta 2018 das Schleswig Holstein Musik Festival mit Konzerten mit dem NDR Elbphilharmonie Orchester und Christoph Eschenbach eröffnen. Kammermusik bildet einen besonderen Schwerpunkt ihrer Arbeit, deutlich in dieser Saison in Auftritten mit dem Hagen Quartett bei den Salzburger Festspielen, in der Tonhalle Zürich, der Elbphilharmonie und dem Wiener Konzerthaus. Auch in Sälen wie der Wigmore Hall in London, bei den Lucerne, Verbier, Schwetzingen und Rheingau Festivals, der Schubertiade Schwarzenberg und dem Beethovenfest Bonn ist sie regelmäßig zu Gast. Ein großer und lebendiger Kreis musikalischer Partner findet sich wie jedes Jahr beim Solsberg Festival in der Schweiz ein, dessen künstlerische Leitung Sol Gabetta inne hat. 

In Anerkennung ihrer herausragenden künstlerischen Aktivitäten wird Sol Gabetta bei den Osterfestspielen Salzburg 2018 den Herbert von Karajan Preis entgegen nehmen und dort als Solistin mit der Staatskapelle Dresden und Christian Thielemann sowie in Kammermusik-Rezitalen konzertieren. 2016 wurde Sol Gabetta erneut mit dem ECHO Klassik als Instrumentalistin des Jahres und für ihre Interpretation des Cellokonzerts Nr. 2 von Pēteris Vasks ausgezeichnet, nachdem ihre Aufnahmen bereits in den Jahren 2013, 2011, 2009 und 2007 mit dieser prestigeträchtigen Auszeichnung geehrt wurden. Zu weiteren Awards der Grammy-nominierten Künstlerin gehören die des Tschaikowsky-Wettbewerbs Moskau sowie des Internationalen Musikwettbewerbs der ARD, der Gramophone Young Artist of the Year Award 2010 und der Würth-Preis der Jeunesses Musicales 2012. Sol Gabetta verfügt über eine umfangreiche Diskographie bei SONY, zuletzt erschien dort die Einspielung der Cellokonzerte von Elgar und Martinu mit den Berliner Philharmonikern und Sir Simon Rattle/Krzysztof Urbański.

Sol Gabetta spielt auf einem von Balthazar Soulier zur Verfügung gestellten Violoncello von Matteo Goffriller von 1730, Venedig. Seit 2005 unterrichtet sie an der Musik-Akademie Basel.

Weitere Konzerte mit Sol Gabetta:

www.solgabetta.com 

Sol Gabetta

Bertrand Chamayou

Mit Auftritten in namhaften Sälen wie dem Théâtre des Champs Elysées, Lincoln Center New York, Herkulessaal München oder der Wigmore Hall London hat sich Bertrand Chamayou in der internationalen Musikszene einen Namen gemacht. Auch bei renommierten Festivals wie dem Lucerne Festival, Rheingau Musik Festival, Klavierfestival Ruhr, Rotterdam Gergiev Festival oder Mostly Mozart Festival New York ist Bertrand Chamayou ein gern gesehener Gast.

Er tritt regelmäßig mit Orchestern wie dem Orchestre de Paris, London Philharmonic Orchestre, den Rotterdamer Philharmonikern, der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen, den Sinfonieorchestern des hr und des WDR, dem Orchestre National de France oder dem Danish National Symphony Orchestra auf und arbeitet dabei mit Dirigenten wie Pierre Boulez, Leonard Slatkin, Sir Neville Marriner, Seymon Bychkov, Michel Plasson, Louis Langrée, Jeremie Rhorer, Stephane Denève, Ludovic Morlot und Andris Nelsons.

Mit seinen Debuts beim Deutschen Sinfonieorchester in der Berliner Phiharmonie und dem NDR Sinfonieorchester Hamburg sorgte er in der Saison 13/14 für Furore. In dieser Saison nun kehrt er unter anderem zum Danish National Symphony Orchestra, dem Orchestre Philharmonique du Luxembourg, La Chambre Philharmonique und zum wiederholten Mal zum Orchestre de Paris zurück. Ein weiteres wichtiges Debut steht im Frühjahr 2015 beim NHK Symphony Orchestra in Tokyo an. Mit einem reinen Schubert-Programm wird Bertrand Chamayou bei der Schubertiade Schwarzenberg, dem Menuhin Festival Gstaad, Festival International de Piano La Roque d’Anthéron und bei Konzerten in Madrid, Lyon, Bordeaux, Tallinn und dem Wiener Konzerthaus zu Gast sein.

Zu Chamayous Kammermusik-Partnern zählen Künstler wie Renaud und Gautier Capucon, Sol Gabetta, das Quatouor Ebène oder Antoine Tamestit. Eine Recital-Tournee mit Sol Gabetta wird das Duo unter anderem in namhafte Säle wie die Tonhalle Zürich, die Berliner Philharmonie, das Festspielhaus Baden-Baden oder das Prinzregententheater München führen. Daneben wird Bertrand Chamayou gemeinsam mit dem Pianisten Roger Muraro Messiaens große Visions de l’Amen im Théâtre des Champs Elysées in Paris zur Aufführung bringen.

Seine Einspielung von Werken César Francks auf dem Label Naïve wurde mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit Grammophone’s Editor’s Choice, ebenso seine zu Liszts 200. Geburtstag erschienene Gesamteinspielung der Années de Pèlerinage. Als bislang einziger Künstler, der je Frankreichs renommierten  Preis “Victoires de la Musique” gleich drei Mal gewonnen hat, hat Chamayou nun einen Exklusivvertrag mit Warner/Erato unterzeichnet.

Bertrand Chamayou wurde in Touluse geboren. Bereits früh wurde der Pianist Jean-Francois Heisser, später Chamayous Lehrer am Pariser Conservatoire, auf dessen musikalische Begabung aufmerksam. Weitere Studien führten Chamayou danach unter anderem zu Maria Curcio nach London.

Bertrand Chamayou

Veronika Eberle

Für ihr außergewöhnliches Talent und ihre musikalische Reife genießt Veronika Eberle bei den weltweit besten Orchestern, Konzerthallen und Festivals sowie bei einigen der bedeutendsten Dirigenten höchstes Ansehen.

In der Spielzeit 2017/18 gastiert sie beim London Symphony Orchestra (Bernard Haitink), beim Orchestre National de Lille, beim RTE National Symphony Orchestra of Ireland, beim Orchestre Philharmonique de Strasbourg, bei den Hamburger Philharmonikern (Kent Nagano) und bei der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen (Paavo Järvi). Weitere Höhepunkte der Saison sind ihr Debüt beim Chamber Orchestra of Europe unter Yannick Nézet-Séguin, Tourneen durch Australien und Japan sowie Auftritte an der Hamburgischen Staatsoper im Rahmen der Wiederaufnahme von Alban Bergs Lulu.

Internationale Aufmerksamkeit erregte die damals erst 16-jährige Veronika Eberle, als sie mit Sir Simon Rattle und den Berliner Philharmonikern bei den Salzburger Osterfestspielen 2006 im ausverkauften Festspielhaus Beethovens Violinkonzert spielte. Zu ihren wichtigsten Auftritten gehörten seither Konzerte mit dem London Symphony Orchestra (Sir Simon Rattle, Bernard Haitink), dem Concertgebouworkest Amsterdam (Heinz Holliger), dem New York Philharmonic (Alan Gilbert), dem Orchestre Symphonique de Montréal (Kent Nagano), den Münchner Philharmonikern und dem Leipziger Gewandhausorchester (Louis Langrée), dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin (Marek Janowski), dem hr-Sinfonieorchester (Paavo Järvi, Andris Nelsons), den Bamberger Symphonikern (Robin Ticciati, Jonathan Nott), dem Tonhalle Orchester Zürich (Michael Sanderling), dem Swedish Radio Symphony Orchestra (Daniel Harding), dem NHK Symphony Orchester Tokio (Jiři Kout, Markus Stenz,Roger Norrington) und den Rotterdamer Philharmonikern (Sir Simon Rattle, James Gaffigan, Yannick Nézet-Séguin).

Konzertante Höhepunkte der Saison 2016/17 waren ihre Debüts beim Philadelphia Orchestra, beim San Francisco Symphony Orchestra und beim Philharmonia Orchestra London sowie neue Verpflichtungen beim Orchestre symphonique de Montréal, beim Münchner Kammerorchester und beim Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks. Außerdem hat Veronika Eberle in Hamburg in einer Neuinszenierung der Lulu unter Kent Nagano das Violinkonzert von Alban Berg gespielt und als Künstler in Residenz ihre Zusammenarbeit mit der Kammerakademie Potsdam fortgesetzt.

Veronika Eberle ist zudem eine engagierte Kammermusikerin. Sie spielt regelmäßig mit Denes Varjon, Shai Wosner, Lars Vogt, Antoine Tamestit, Gautier Capucon und Edicson Ruiz. Zu den Höhepunkten auf diesem Gebiet gehörten zuletzt die Master Series der Londoner Wigmore Hall und die Debut Series der New Yorker Carnegie Hall sowie Recitals am Salzburger Mozarteum, im Amsterdamer Concertgebouw, im Pariser Thêâtre de la Ville, in der Tonhalle Zürich und beim Lucerne Festival.

Veronika Eberle wurde in Donauwörth geboren, erhielt mit sechs Jahren ihren ersten Geigenunterricht und wurde bereits vier Jahre später Jungstudentin von Olga Voitova am Münchner Richard-Strauss- Konservatorium. Nach einem privaten Ausbildungsjahr bei Christoph Poppen kam sie an die Münchner Musikhochschule, wo sie von 2001 bis 2012 bei Ana Chumachenco studierte.

Sie ist von verschiedenen renommierten Institutionen gefördert worden – unter anderem von der Nippon Music Foundation, dem Borletti-Buitoni Trust (Stipendium 2008), der Orpheum Stiftung zur Förderung
junger Solisten in Zürich, der Deutschen Stiftung Musikleben in Hamburg und der Jürgen-Ponto-Stiftung in Frankfurt am Main. 2003 siegte sie in Mainz beim internationalen Wettbewerb Yfrah Neaman; von den Förderern des Schleswig-Holstein Musik Festivals und der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern wurde sie jeweils mit einem Publikumspreis ausgezeichnet; und 2017 erhielt sie den Kulturpreis Bayern. Von 2011 bis 2013 war sie New Generation Artist bei BBC Radio 3, und von 2010 bis 2012 gehörte sie zu den »Jungen Wilden« des Dortmunder Konzerthauses.

Veronika Eberle spielt die „Dragonetti“ -Stradivari aus dem Jahre 1700, eine großzügige Leihgabe der Nippon Music Foundation. 

Veronika Eberle

Nelson Goerner

“5* Der argentinische Pianist Nelson Goerner zeigt sich als feinfühliger Interpret der Nocturnes von Frederic Chopin.” RBB Public Radio

Der Daily Telegraph (London, vom 9. November 2013) beschrieb Nelson Goerners Ausführungen auf seiner Debussy-CD (beim Label ZigZag Territoires) als „Interpretationen voll feinsinniger Inspiration”. Ambito Financiero (Buenos Aires, vom 14. Mai 2014) sprach wie folgt über Goerners Klavierkonzert im Teatro Colon: „Eines der beeindruckenden Merkmale von Nelson Georners Musikerpersönlichkeit ist seine Fähigkeit, intellektuelle Hellsichtigkeit, unbestrittene Tiefe und technische Leichtigkeit miteinander zu kombinieren, um seinen Ideen Ausdruck zu verleihen.”

Nelson Goerner hat mit vielen der wichtigsten Orchester gespielt, darunter das Philharmonia Orchestra unter der Leitung von Claus Peter Flor, das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin unter der Leitung von Andrew Davis, das London Philharmonic Orchestra unter der Leitung von Emmanuel Krivine, das Hallé-Orchester unter der Leitung von Mark Elder, das Orchestre de la Suisse Romande mit Neeme Järvi and Raphael Frühbeck de Burgos, das Orchestra of the Eighteenths Century mit Frans Brüggen, die Deutsche Kammerphilharmonie mit Ivor Bolton und das NHK-Sinfonieorchester Tokio unter der Leitung von Fabio Luisi.

Er hat bei zahlreichen Festivals konzertiert, darunter bei den Salzburger Festspielen, den Festivals La Roque d’Anthéron und La Grange de Meslay, in Edinburgh, Schleswig-Holstein und Verbier sowie bei den BBC Proms.

In der Saison 2013-2014 war Nelson Goerner Gast der Reihe Artist Portrait in der Wigmore Hall in London, wo er vier sehr breit gefächerte Solokonzerte gab, in denen er Stücke von Bach, Mozart, Beethoven, Brahms, Schumann, Chopin, Debussy und Bartok spielte.

Die Saison 2014-2015 umfasst Konzerte in London, Amsterdam, Paris, Montpellier, Genf, Reykjavik, Vancouver, Washington DC, Minneapolis und Buenos Aires.

Nelson Goerner ist zudem ein leidenschaftlicher Kammermusiker. Er hat mit Künstlern wie Martha Argerich (Repertoire für zwei Klaviere), Janine Jansen, Steven Isserlis und Gary Hoffman zusammengearbeitet.

Er pflegt einen engen Kontakt zum Mozarteum Argentino in Buenos Aires: Seit seinem Stipendium, das er als Student erhielt, ist er bereits vielfach dort aufgetreten. Mit dem Chopin Institut in Warschau, wo er Mitglied im künstlerischen Beirat ist, verbindet ihn ebenfalls ein langjähriger Kontakt. Kürzlich hat er, zusammen mit dem Institut, die Interpretation Chopins auf Klavieren von 1848 und 1849, gefertigt von Pleyel und Erard, erkundet. Die Konzerte wurden für das hauseigene Label des Instituts aufgenommen, wobei die Aufnahme der Ballades und Nocturnes einen Diapason d’Or gewonnen hat.

Herr Goerner ist häufig in Aufnahmestudios zu finden. Seine Diskografie umfasst Aufnahmen von Chopin, Rachmaninow, Liszt und Busoni und eine DVD mit Beethoven- und Chopin-Repertoire, aufgenommen bei einem Live-Auftritt während des Verbier Festivals. Seine Chopin-Einspielung für das Wigmore Hall Label war „Choice of the Month” im BBC Music Magazine und seine Debussy-Aufnahme für das Label Outhere/ZigZag Territoires gewann den Diapason d’Or des Jahres 2013. Nelson Goerners jüngste Aufnahme mit Repertoire von Schumann war im März 2015 Aufnahme des Monats im BBC Music Magazine. Sein nächstes Aufnahmeprojekt wird dem Repertoire Beethovens gewidmet sein.

Nelson Goerner wurde 1969 in der argentinischen Stadt San Pedro geboren und ist heute einer der führenden Pianisten seiner Generation. Nach seinem Studium in Argentinien bei Jorge Garrubba, Juan Carlos Arabian und Carmen Scalcione wurde er 1986 in Buenos Aires mit dem Ersten Preis des Franz-Liszt-Wettbewerbs ausgezeichnet. Daraufhin erhielt er ein Stipendium, das es ihm ermöglichte, am Konservatorium von Genf mit Maria Tipo zu arbeiten. 1990 gewann Nelson Goerner den Ersten Preis beim Wettbewerb in Genf.

Herr Goerner lebt momentan mit seiner Frau und seinem kleinen Sohn in der Schweiz. Er ist Professor für Klavier an der Musikhochschule Genf.

Nelson Goerner

Heinz Holliger

Meine ganze Beziehung zur Musik ist so, dass ich immer wieder probiere, an die Grenze zu kommen. (Heinz Holliger)

Heinz Holliger wurde am 21. Mai 1939 in Langenthal (Schweiz, Kanton Bern) geboren. Schon während seiner Gymnasialschulzeit studierte er am Berner Konservatorium bei Émile Cassagnaud Oboe und bei Sándor Veress Komposition. Ab 1958 setzte er sein Studium in Paris bei Yvonne Lefébure (Klavier) und Pierre Pierlot (Oboe) fort. Zwischen 1961 und 1963 studierte er bei Pierre Boulez an der Musikakademie Basel Komposition. Nach ersten Preisen bei internationalen Musikwettbewerben (Genf 1959; Internationaler Musikwettbewerb der ARD 1961) begann Holliger eine intensive internationale Konzerttätigkeit als Oboist. 

Zeitgenössische Komponisten wie Hans Werner Henze, Krzysztof Penderecki, György Ligeti, Elliott Carter, Witold Lutoslawski, Karlheinz Stockhausen und Luciano Berio schrieben eigens Werke für ihn. Zu seinen herausragenden Leistungen gehört auch die Wiederentdeckung vergessener Werke von Komponisten des 18. Jahrhunderts, unter anderem von Jan Dismas Zelenka und Ludwig August Lebrun.

Holligers kompositorisches Schaffen umfasst alle Gattungen, von Bühnenwerken über Orchester-, Solo-und Kammermusikwerke bis hin zu zahlreichen Vokalstücken. Nahezu alle Kompositionen sind Zeugnis einer unermüdlichen Suche nach den Grenzen von Klang und Sprache. Seiner Musik geht vielfach eine intensive Auseinandersetzung mit Künstler- beziehungsweise Dichterbiographien und lyrischen Texten voraus. Immer wieder fesseln ihn Künstler am Rande der Gesellschaft oder an der Grenze des Lebens. An dieser Stelle ist der Scardanelli- Zyklus (1975-85) hervorzuheben, worin Holliger die letzten Gedichte Friedrich Hölderlins für unterschiedliche Besetzungen in einem Zyklus von 2½ Stunden Dauer verarbeitet. Für dieses Werk erhielt der Komponist 1995 den Premio Abbiati der Biennale di Venezia. Im 1988 uraufgeführten Werk Gesänge der Frühe für Chor, Orchester und Tonband verknüpft Heinz Holliger die Dichtung Friedrich Hölderlins mit der Musik Robert Schumanns. In den beiden Liederzyklen für Altstimme und Orchester Drei Liebeslieder (1960) und Fünf Lieder (1992-2006) beschäftigt er sich mit Gedichten von Georg Trakl. Lyrik von Nelly Sachs vertonte Holliger im Zyklus Glühende Rätsel für Altstimme und 10 Instrumentalisten (1964). Auch Gedichte von Christian Morgenstern setzte Heinz Holliger in Musik (Sechs Lieder für Sopran und Orchester, komponiert 1956/57, orchestriert 2003). 

Für die Bühne schuf Holliger die Oper Schneewittchen, die 1998 im Zürcher Opernhaus uraufgeführt wurde. Der Komponist richtete den Text nach der Vorlage von Robert Walser ein. Im Gegensatz zum Grimm'schen Märchen treffen bei Walser die Schatten der Figuren nach der eigentlichen Handlung aufeinander. Die ECM-Einspielung von Schneewittchen erhielt 2002 einen Grammy Award. Die Beschäftigung mit Texten von Samuel Beckett führte zur Komposition drei weiterer kurzer Bühnenwerke: Come and go (1976/77), Not I (1978-80) und What Where (1988).

Auch Holligers Konzerstücke beziehen sich häufig konkret auf Biographien oder auf literarische Vorlagen: das Konzert "Hommage à Louis Soutter" für Violine und Orchester (1993-95, revidiert 2002) zeichnet das Leben des Schweizer Malers nach. In Siebengesang (1966/67) für Oboe, Orchester, Singstimmen und Lautsprecher lässt er ein Gedicht Georg Trakls einfließen. Holliger komponierte zahlreiche kammermusikalische Werke, darunter das frühe Bläserquintett h (1968), Romancendres für Violoncello und Klavier (2003), Contrechant sur le nom de Baudelaire für (Bass-)Klarinette (2008), zwei Streichquartette sowie Solostücke für beinahe jedes Instrument.

Unter Holligers vielen Preisen und Auszeichnungen seien stellvertretend genannt: der Frankfurter Musikpreis 1988, der Ernst von Siemens Musikpreis 1991, der Prix de Composition Musicale de la Fondation Prince Pierre de Monaco für (S)irató 1994. 2007 erhielt Holliger den erstmals verliehenen Zürcher Festspielpreis; im Jahr 2008 wurde er mit dem Rheingau Musikpreis ausgezeichnet, 2017 erhält er den Robert-Schumann-Preis der Stadt Zwickau. Er war Composer in Residence des Orchestre de la Suisse Romande und bei den Internationalen Musikfestwochen in Luzern. Die Cité de la Musique in Paris widmete Holliger als Komponist, Dirigent und Oboist im April 2003 eine ganze Konzertwoche. Durch Projekte wie das 1987 von ihm mitbegründete Basler Musikforum und Kooperationen mit der Jungen Deutschen Philharmonie und dem Ensemble Modern engagiert sich Holliger in besonderer Weise für die Verbreitung Neuer Musik.

Heinz Holliger

Sharon Kam

Seit über 20 Jahren gehört Sharon Kam zu den weltweit führenden Klarinettistinnen und arbeitet mit den bedeutendsten Orchestern in den USA, Europa und Japan.

Vom Anbeginn ihrer Karriere sind die beiden Mozartschen Meisterwerke für die Klarinette ein wesentlichen Bestandteil der künstlerischen Arbeit von Frau Kam: Im Alter von 16 Jahren spielte sie Mozarts Klarinettenkonzert in ihrem Orchesterdebüt mit dem Israel Philharmonic Orchestra unter Zubin Mehta, und nur wenig später sein Klarinettenquintett gemeinsam mit dem Guarneri Quartet in New York.

Zu Mozarts 250. Geburtstag spielte sie sein Klarinettenkonzert im Ständetheater in Prag, das vom Fernsehen live in 33 Länder übertragen wurde und erfüllte sich im gleichen Jahr den Wunsch sowohl das Konzert als auch sein Klarinettenquintett mit der Bassett- Klarinette aufzuzeichnen. Für diese hochgelobte Aufnahme konnte Sharon Kam die Haydn Philharmonie und vier Star-Streicher gewinnen: Isabelle van Keulen, Ulrike-Anima Mathé, Volker Jacobsen und Gustav Rivinus.

Als begeisterte Kammermusikerin arbeitet Sharon Kam darüber hinaus mit Künstlerfreunden wie Lars Vogt, Christian Tetzlaff, Enrico Pace, Daniel Müller-Schott, Leif Ove Andsnes, Carolin Widmann und dem Jerusalem Quartett. Sie ist häufiger Gast bei Festivals wie Schleswig-Holstein, Heimbach, Rheingau, Risør, Cork, Verbier, der Schubertiade und in Delft.

Ihr Engagement für zeitgenössische Musik lässt sich an zahlreichen Uraufführungen ablesen; darunter Krzysztof Pendereckis Klarinettenkonzert und Quartett sowie Klarinettenkonzerte von Herbert Willi (Salzburger Festspiele), Iván Erőd und Peter Ruzicka (Donaueschingen).

Durch ihre zahlreichen Aufnahmen hat Sharon Kam bewiesen, dass sie in der Klassik bis zur Moderne und auch im Jazz zu Hause ist. Sie wurde bereits zweimal mit dem ECHO Klassik als „Instrumentalistin des Jahres“ ausgezeichnet: 1998 für ihre Weber-Aufnahme mit dem Gewandhausorchester Leipzig unter Kurt Masur und im Jahr 2006 für ihre CD mit dem MDR Sinfonieorchester und Werken von Spohr, Weber, Rossini und Mendelssohn. Die Aufnahme „American Classics“ mit dem London Symphony Orchestra unter der Leitung ihres Ehemannes Gregor Bühl wurde mit dem Preis der Deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet.

2013 folgte ihre gefeierte „Opera!“-CD mit Transkriptionen von Arien Rossinis, Puccinis bis hin zu Wolf-Ferraris, für Klarinette und Kammerorchester, die sie mit dem Württembergischen Kammerorchester unter Ruben Gazarian einspielte. Zum 100 jährigen Todestag von Max Reger hat Sharon Kam mit ihren Kammermusikpartnern der Mozart-Aufnahme im Oktober 2015 die Klarinettenquintette von Reger und Brahms veröffentlicht.

In der Saison 2016/17 wird Sharon Kam mit eben diesen Kammermusikpartnern und ihrem Programm der Mozart, Brahms und Reger Quintette auf Tour sein. Unter Anderem wird sie in Dijon, München, Stuttgart, Bergen, Budapest, Bern, bei der Schubertiade sowie erneut auf Tour mit ihrem „Opera!“-Programm, zu erleben sein. 

Sharon Kam

Kammerorchester Basel

Das Kammerorchester Basel gilt als eines der führenden Kammerorchester des internationalen Musiklebens. Einladungen in die bedeutendsten Konzerthäuser und Festivals weltweit prägen die Agenda ebenso wie die eigene Konzertreihe in Basel. Verschiedene Einspielungen bei renommierten Klassiklabels wie Sony, Deutsche Harmonia Mundi und Warner Classics, viele mit prominenten Preisen ausgezeichnet, zeugen von der exzellenten Qualität und Musizierlust des Basler Klangkörpers. Das innovative, künstlerisch unabhängige Ensemble sucht durch stete Entwicklung seines Klangbildes sowohl auf historischem als auch modernem Instrumentarium neue und weiterführende Wege der Interpretation. Diese Vielfalt und Tiefe wurde zum internationalen Markenzeichen. Das Kammerorchester Basel arbeitet mit ausgewählten Künstlern wie Maria João Pires, Sol Gabetta, Nuria Rial, Christoph Prégardien, Khatia Buniatishvili, René Jacobs und Christophe Rousset zusammen.

Eine fruchtbare Zusammenarbeit verbindet das Ensemble mit seinem Principal Guest Conductor Giovanni Antonini. Ein Höhepunkt war der Beethoven-Zyklus, den das Orchester und der renommierte italienische Barockspezialist erarbeitet haben. Für die historisch informierten Interpretationen wurden sie 2008 in der Kategorie «Bestes Ensemble» mit dem ECHO Klassik gekürt. Unter Antoninis Leitung wird das Kammerorchester Basel im Wechsel mit dem italienischen Ensemble Il Giardino Armonico bis ins Jahr 2032 alle 107 Sinfonien Joseph Haydns aufführen und auf CD einspielen. Eine weitere integrale Aufführung und Einspielung ist in den kommenden drei Jahren geplant: Franz Schuberts Sinfonien unter der Stabführung Heinz Holligers. Neben der Wiener Klassik und Barockprogrammen setzt sich das Orchester für die Zeitgenössische Musik ein. Jährliche Kompositionsaufträge und die Mitwirkung bei «Basel Composition Competition» zeugen von diesem Engagement. Ein Herzstück ist zudem die zukunftsweisende Vermittlungsarbeit im kreativen Austausch mit Kindern und Jugendlichen.

Seit Januar 2013 ist die Clariant International Ltd. Presenting Sponsor des Kammerorchester Basel.

Kammerorchester Basel

Daishin Kashimoto

Der Geiger Daishin Kashimoto ist seit 2009 1. Konzertmeister der Berliner Philharmoniker. Er wuchs in Japan, Deutschland und den USA auf und bekam seinen ersten Violin-Unterricht im Alter von drei Jahren bei Kumiko Etoh in Tokio. 1986 wurde er als Jungstudent an der renommierten Julliard School of Music in New York angenommen. Vier Jahre später kam er nach Deutschland, wo er zunächst an der Musikhochschule Lübeck studierte. Von 1999 bis 2004 war er Student von Rainer Kussmaul, dem ehemaligen Konzertmeister der Berliner Philharmoniker, an der Musikhochschule in Freiburg.

Seine ersten größeren Konzertauftritte gab Kashimoto im Alter von 9 Jahren, unter anderem als Solist mit dem New York Symphonic Ensemble. Seither hat er mit zahlreichen bedeutenden Orchestern in aller Welt solistisch konzertiert, darunter die St. Petersburger Philhamoniker, das Orchestre National de France, das Orchestre de la Suisse Romande, die Tschechische Philharmonie, das Boston Symphony Orchestra, die Staatskapelle Dresden, den Bamberger Symphonikern, Wiener Symphonikern, Konzerthausorchester Berlin, Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, WDR-Symphonieorchester und die Berliner Philharmoniker. Im Rahmen seiner weltweiten Konzerttätigkeit als Solist arbeitete er mit renommierten Dirigenten wie Mariss Jansons, Myung- Whum Chung, Marek Janowski, Semyon Bychkov, Lord Yehudi Menuhin, Seiji Ozawa, Mikhail Pletnev, Sir Simon Rattle, Philippe Jordan, Charles Dutoit, Andris Nelsons, Paavo Järvi, Yuri Temirkanov und Lorin Maazel zusammen.

Daishin Kashimoto ist Preisträger zahlreicher Wettbewerbe. Unter anderem gewann er den Menuhin International Junior Violin Competition in England in 1993, Internationaler Violin-Wettbewerb in Köln in 1994, den Fritz Kreisler Wettbewerb für Violine in Wien und den Internationalen Marguerite Long – Jacques Thibaud International Competition for Piano and Violin in 1996.

Immer wieder tritt Daishin Kashimoto auch als Kammermusiker in Erscheinung. Er ist Mitglied des Philharmonischen Oktetts der Berliner Philharmoniker und tritt daneben regelmäßig und in verschiedenen Formationen mit Musikern wie Shlomo Mintz, Eric LeSage, Tabea Zimmermann, Martha Argerich, Yury Bashmet, Konstantin Lifschitz, Rainer Kussmaul, Emmanuel Pahud, Yefim Bronfman, Paul Meyer, oder Misha Maisky auf. Im Jahre 2007 gründete er das „Le Pont“ Kammermusikfestival in Japan, welches er seitdem als Künstlerischer Leiter führt. 

Daishin Kashimoto

Ivan Monighetti

Der in der Schweiz lebende Cellist Ivan Monighetti war der letzte Student von Mstislav Rostropowitsch am Moskauer Konservatorium und hat mehrere erste Preise an internationalen Wettbewerben gewonnen, so zum Beispiel 1974 den Tschaikowsky Wettbewerb. Sensationelle Auftritte bei zahlreichen Festivals für zeitgenössische Musik brachten ihm den Ruf ein, eine der führenden Persönlichkeiten auf diesem Gebiet zu sein. Ivan Monighetti erhielt stets neue schöpferische Impulse durch Kontakte mit namhaften Komponisten wie Henri Dutilleux, Sofia Gubaidulina, Alexander Knaifel oder Valentin Silvestrov.

Das Schweizer Fernsehen (RTSI) produzierte mit Ivan Monighetti zwei Dokumentarfilme: “Ritratto a Monighetti” und “Monighetti: storie di famiglia”. Ivan Monighetti ist Professor für Cello an der Musik-Akademie Basel. Zudem ist er Gastprofessor am Moskauer Konservatorium und an der Escuela Superior de Musica Reina Sofia in Madrid.

Ivan Monighetti

Lawrence Power

Power [has an] ability to transform the most commonplace phrase into something magically eloquent and memorable.
The Guardian

Lawrence Power zählt zu den führenden Bratschisten der Gegenwart, weltweit gefragt als Solist, und Kammermusikpartner. Sein Können und seine eindringliche Musikalität brachten ihm 2015 die Nominierung für den Royal Philharmonic Society Instrumentalist Award ein.

Im vergangenen Jahrzehnt hat sich eine regelmäßige Zusammenarbeit mit Orchestern höchsten internationalen Kalibers entwickelt wie den Symphonieorchestern des Bayerischen und Hessischen Rundfunks, dem Chicago und dem Boston Symphony Orchestra, dem Royal Concertgebouw, dem Royal Stockholm Philharmonic, sowie dem London Symphony, London Philharmonic und Philharmonia Orchestra.

Höhepunkte der Saison 2016/17 sind Recitals bei LSO St Luke’s, in der Wigmore Hall und auf Tournee in der USA, Konzerte mit Julian Andersons Prayer und Waltons Bratschenkonzert mit dem Philharmonia Orchestra, MacMillans Violakonzert mit dem BBC Scottish Symphony Orchestra und Berlioz' Harold in Italien mit dem Royal Liverpool Philharmonic und dem Bergen Philharmonic sowie Mozarts Concertante mit der Deutschen Kammerphilharmonie unter Paavo Järvi bei den London Proms.

Lawrence Power verbindet eine regelmäßige Zusammenarbeit mit namenhaften Dirigenten wie Martyn Brabbins, Frans Brüggen, Sir Mark Elder, Vladimir Jurowski, Susanna Mälkki, Krzysztof Penderecki, Leonard Slatkin, Markus Stenz, Jan Pascal Tortelier und Ilan Volkov.

Neben seiner Karriere als Solist ist Lawrence Power auch als Kammermusiker sehr begehrt, u.a. als Mitglied des Nash Ensembles. Er arbeitet regelmäßig mit Maxim Vengerov zusammen und hat eine gefeierte Duo-Partnerschaft mit dem Pianisten Simon Crawford-Phillips entwickelt. Dabei ist er häufig Gast auf internationalen Musikfestivals, u.a. in Bonn, Bad Kissingen, Verbier, Vancouver, Oslo, Tanglewood sowie in Edinburgh, Aldeburgh und Cheltenham.

Im Zuge seiner Bemühungen, das Repertoire für Bratsche zu erweitern, hat Lawrence Power Weltpremieren vieler Werke aufgeführt, die eigens für ihn geschrieben wurden, darunter Esa-Pekka Salonens Pentatonische Étude, Mark-Anthony Turnages Power Play, Julian Andersons Prayer, Alexander Goehrs Hymn to Night und Huw Watkins' Fantasy.

Seine zahlreichen Aufnahmen wurden von der Presse gefeiert. Für den Gramophone Award nominiert wurden seine Einspielungen der Konzerte von Bartók, Rosza, Rubbra und Walton, der Sonaten von Brahms und Schostakowitsch sowie sämtlicher Werke York Bowens für Viola und Klavier. Die Gesamteinspielung aller Werke Hindemiths für Bratsche (für Hyperion), gilt als Referenz-Aufnahme. Zuletzt veröffentlichte das Plattenlabel die Aufnahme Fin de Siècle, mit Ersteinspielungen von Büsser, Hüe und Honnoré zusammen mit Kompositionen von Chausson, Debussy, Enescu und Ravel. Power wirkte auch auf Ian Bostridges und Sir Antonio Pappanos Shakespeare Songs mit, die 2017 einen Grammy Award erhielt (Best Classical Solo Vocal Album). Im Mai 2017 nahm er Berlioz' Harold in Italien mit dem Bergen Philharmonic und Erkki-Sven Tüürs Illumination mit der Tapiola auf.

Lawrence Power startete seine erste Londoner Serie als künstlerischer Leiter des English Chamber Orchestra am Kings Place im Oktober 2016. Er ist auch Gründer und künstlerischer Leiter des West Wycombe Chamber Music Festivals und unterrichtet an der Zürcher Hochschule der Künste.

Er spielt eine seltene Viola von Antonio Brenzi (Bologna, ca. 1610).

Lawrence Power

Schumann Quartett

“Personal and profound” (BBC Music Magazine): “Die “Schumanns” gehören ohne Wenn und Aber zu den besten Quartetten der Welt” (SZ) und sind mit Sicherheit “eines der aufgregendsten Streichquartette derzeit” (Fono Forum)

Das Schumann Quartett ist dort angekommen, wo alles möglich ist, weil man auf Sicherheiten verzichtet. Das schließt auch das Publikum mit ein, das sich Abend für Abend auf alles gefasst machen muss: „So wirklich entwickelt sich ein Werk nur live“, sagen sie, „das ist the real thing, weil wir vorher selbst nie wissen, was passiert. Spätestens auf der Bühne fällt jede Imitation weg, man wird automatisch ehrlich zu sich selbst. Dann kann man in der Musik eine Verbindung mit dem Publikum herstellen, kommunizieren.“ Die Live-Situation wird in naher Zukunft noch weiter aufgeladen: Sabine Meyer, Menahem Pressler, Albrecht Mayer, Kit Armstrong, Edgar Moreau und Anna Lucia Richter zählen zu den aktuellen Partnern der Vier.

Highlight der 17/18 Saison ist weiterhin die bereits im Dezember 2016 begonnene, drei Jahre währende Residenz bei der Chamber Music Society des Lincoln Centers, in New York City.
Sie werden auf USA-Tour gehen, zu Gast bei Festivals in Südamerika, Italien, der Schweiz sowie bei der Salzburger Mozartwoche und beim Mozartfest Würzburg sein. Konzerte geben sie in den großen Musikmetropolen London, Hamburg, Berlin, Amsterdam, Florenz und Paris. Darüberhinaus sind sie artiste étoile bei den Oraniensteiner Konzerten und freuen sich auch wieder auf die zwei Konzerte im Rahmen ihrer Residenz beim Robert-Schumann-Saal in Düsseldorf.

Ihr aktuelles Albums LANDSCAPES, in dem sie den eigenen Wurzeln nachspüren und Werke von Haydn, Bartók, Takemitsu und Pärt kombinieren, erfreut sich national und international bester Resonanz, wurde u.a. mit 5 Diapasons ausgezeichnet und war Editor’s choice beim BBC Music Magazine. Für ihr vorhergehenden Album mit Werken von Mozart Ives Verdi waren sie bereits als BEST NEWCOMER 2016 mit dem BBC Music Magazine Award in London ausgzeichnet worden.

Seit ihrer frühesten Kindheit spielen die drei Brüder Mark, Erik und Ken Schumann zusammen. 2012 ist die in Tallinn geborene und in Karlsruhe aufgewachsene Liisa Randalu als Bratschistin dazu gekommen. Immer wieder bemerken Außenstehende, wie stark die Bindung zwischen ihnen ist. Die Vier genießen die nonverbale Kommunikation, „ein Blick, und ich weiß, wie er/sie die Musik in dem Moment spielen möchte“. Unterschiedliche Persönlichkeiten treten deutlicher hervor, gleichzeitig entsteht in jedem musikalischen Werk ein gemeinsamer Raum, findet eine geistige Metamorphose statt. Vielleicht sind diese Offenheit, die Neugierde, die entscheidenden Einflüsse von Lehrern wie Eberhard Feltz oder Partnern wie Menahem Pressler. Veröffentlichungen, das Studium beim Alban Berg Quartett, die Residenz bei der Esterházy Stiftung in Eisenstadt, der Gewinn des renommierten Concours de Bordeaux und des Ponto Preises.

Preise, Lehrer, musikalische Partner – gerne werden Stufen konstruiert um herzuleiten, warum viele das Schumann Quartett heute zu den besten überhaupt zählen. Die Vier fassen solche Daten eher als Begegnungen auf, als Bestätigung für ihren Weg. Sie empfinden die musikalische Entwicklung der letzten zwei Jahre als Quantensprung. „Wir haben Lust darauf, es bis zum Äußersten zu treiben, zu probieren, wie die Spannung und unsere gemeinsame Spontaneität trägt", sagt Ken Schumann, der mittlere der drei Schumann Brüder. Versuche, ihnen einen Klang, eine Position, eine Spielweise zuzuordnen, hebeln sie charmant aus, lassen allein die Konzerte für sich sprechen. Und Kritiker geben ihnen recht: „Feuer und Energie. Das Schumann Quartett spielt umwerfend gut [...] zweifellos eine der allerbesten Formationen der jetzigen Quartettblüte, [...] blitzende Virtuosität und Überraschungsbereitschaft“ (Harald Eggebrecht in der SZ). Ausreichend Raum für nächste Abenteuer, also.

Zitate aus einem Gespräch mit den Redakteuren des Online-Klassikmagazins VAN (van-magazin.de). 

Schumann Quartett

Tenebrae Choir, Leitung Nigel Short

2001 von Nigel Short, einem ehemaligen Mitglied von The King's Singers gegründet, vereint der Kammerchor Tenebrae exzellente Sängerinnen und Sänger Grossbritanniens. Schnell entwickelte sich Tenebrae zu einem der führenden Vokalensembles der Welt. Sie sind Preisträger des BBC Magazine Awards mit der Auszeichnung Best Choral Performance für ihre Aufnahme von Tomás Luis de Victorias "Requiem Mass". Mit ihrer unglaublichen Präzision sowie einem Atmosphäre schaffenden Klangvolumen sangen sie mit weltweit renommierten Orchestern, wie dem London Symphony Orchestra und dem BBC Symphony Orchestra, mit welchen sie zahlreiche preisgekrönte Aufnahmen produzierten. Ihr Repertoire erstreckt sich von der Musik der Renaissance und den Werken Händels sowie Purcells über Bruckner und nach Russland mit Kompositionen Rachmaninoffs bis in die Gegenwart mit Chorwerken von Sir John Tavener oder Jody Talbot. 2015 und 2016 gastierte der Chor in den USA und in vielen Ländern Europas. Neben ihren Tourneen singen sie auf nationalen wie internationalen Festivals u.a, den weltweit bekannten BBC Proms, dem City of London Festival, dem Leipzig Gewandhaus der dem Montreux Choral Festival. In der Saison 2017/2018 wird Tenebrae u.a. an den Schwetzinger Festspielen und am Trigonale Festival zu hören sein.

Tenebrae Choir